Der Erweiterungsbau des Landratsamtes Günzburg nutzt Erdwärme

Hinter der neuen, modernen Fassade des Erweiterungsbaus am Landratsamt Günzburg wird sich ein ausgeklügeltes System verbergen, mit dessen Hilfe Energie gespart und damit auch die Umwelt geschützt wird. Bereits beim Architektenwettbewerb wurde für die neuen Gebäudeteile ein KFW-30-Standard gefordert. Erreicht wird dieser Wert durch eine gute Wärmedämmung, die Vermeidung von Wärmebrücken und vor allem durch eine ausgefeilte Technik.
Beheizt wird das Gebäude durch die Nutzung von Erdwärme. Durch den Einsatz einer Wärmepumpe wird mit einer elektrischen Leistung von 20 KW ca. 80 KW Heizleistung erzeugt. 21 Erdsonden in jeweils 99 m Tiefe nutzen die Erdwärme zur Grundtemperierung des Gebäudes. Es wird jedoch nicht Wasser aus dem Untergrund geholt, sondern die Erdwärme wird in einem geschlossenen Kreislauf durch einen Wärmetauscher genutzt. Nach dem Wärmetauscher zirkuliert das im Winter 22 °C warme Wasser in einem zweiten geschlossenen Kreislauf in Rohrleitungen innerhalb der Stahlbetondecken (sog. Betonkerntemperierung). Die Grundbeheizung des Gebäudes erfolgt also über die Decken. Zusätzlich gibt es eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, die dafür sorgt, dass in den Büros ein stündlicher Luftwechsel stattfindet. Im Sommer kann die Betonkerntemperierung auch zur Gebäudekühlung verwendet werden, indem ca. 19 °C „kühles“ Wasser in die Leitungen gepumpt wird, das wiederum die Erdsonden über den Wärmetauscher abgeben.
Durch das neue, innovative System wird ca. 75 % weniger Energie verbraucht als bei einer herkömmlichen Anlage mit Erdöl oder Erdgas. In etwa 12 bis 15 Jahren werden sich die Mehrkosten bei den Investitionen für die Erdwärmesonden amortisiert haben.