Stetige Verbesserung der Gebäudeleittechnik

Hinter der neuen, modernen Fassade des Erweiterungsbaus am Landratsamt Günzburg verbirgt sich ein ausgeklügeltes System, mit dessen Hilfe Energie gespart und damit auch die Umwelt geschützt wird. Bereits beim Architektenwettbewerb wurde für die neuen Gebäudeteile ein KfW-30-Standard gefordert. Erreicht wird dieser Wert durch eine gute Wärmedämmung, die Vermeidung von Wärmebrücken und vor allem durch eine ausgefeilte Technik. Beheizt wird das Gebäude durch die Nutzung von Erdwärme. 21 Erdsonden mit jeweils 99 Meter Tiefe nutzen die Erdwärme zur Grundtemperierung des Gebäudes. Durch den Einsatz einer Wärmepumpe wird mit einer elektrischen Leistung von 20 kW ca. 80 kW Heizleistung erzeugt. Es wird jedoch nicht Wasser aus dem Untergrund geholt, sondern es wird über Rohrleitungen in den Sonden in einem geschlossenen Kreislauf durch einen Wärmetauscher die Erdwärme genutzt. Nach dem Wärmetauscher zirkuliert das im Winter 22° Grad warme Wasser in einen zweiten geschlossenen Kreislauf in Rohrleitungen innerhalb der Stahlbetondecken, der sog. Betonkerntemperierung. Die „Grundbeheizung“ erfolgt also über die Decken. Zusätzlich gibt es noch eine kontrollierte Be - und Entlüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung, die dafür sorgt, dass in den Büros ein stündlicher Luftwechsel stattfindet. Die Zuluft erfolgt dabei über den Doppelboden auf der Fensterseite, in dem Konvektoren angebracht sind. Die Abluft ist oberhalb der Türen zu den Fluren angebracht. Jedes Büro erhält zwar die Möglichkeit, einen Fensterflügel zu öffnen, jedoch ist dies in aller Regel durch den kontrollierten Luftaustausch nicht mehr notwendig und sollte aus energetischer Sicht vermieden werden. Über die beschriebenen Konvektoren kann jedes Büro individuell nachgeheizt werden.

Im Sommer kann die Betonkerntemperierung auch zur Gebäudekühlung verwendet werden, indem ca. 19° Grad „kühles“ Wasser in die Leitungen gepumpt wird, das wiederum die Erdsonden über den Wärmetauscher abgeben. Filigranere, optisch ansprechendere und günstigere Konstruktionen des Sonnenschutz erlauben den Bau größerer Glasflächen, da diese durch den Sonnenschutz automatisch schattiert und im Falle großer Windstärken automatisch in den sicheren Zustand gefahren werden können. Energieeinsparungen und Regelungen des optimalen Raumklimas gehen einher mit konsequenter Schulung und Weiterbildung des Energie- und Gebäudetechnik verantwortlichen Personals.